Zukunftsfähigkeit durch Coaching

Erfolgsfaktoren für heute und die Zukunft

Zukunftsfähigkeit hat durch die Corona- Pandemie an Bedeutung stark zugenommen. Im mittlerweile zweiten Jahr der Pandemie ist uns allen klar, dass es nicht mehr darum geht, in ein altes Normal zurückzukehren, sondern die Arbeitswelt völlig neu zu gestalten. Der durch die New Work Bewegung lang ersehnte Umschwung in der Arbeitswelt, weg von hierarchischen, patriarchal geprägten Strukturen und Arbeitsweisen, die von Kontrolle geprägt sind, hin zu sinnstiftenden, selbstorganisierten Formen der Kollaboration, ist durch die Corona-Pandemie in vielen Branchen beschleunigt worden.

Wir haben in den letzten 14 Monaten noch einmal mehr gelernt, dass derjenige, der kreativ ist und sich an neue Situationen schnell und gut anpassen kann, die besten Chancen hat. Das Darwinsche Evolutionsgesetzt gilt also auch hier und in diesem Kontext.

Zukunftsfähigkeit ist einer der zentralen Dreh- und Angelpunkte für uns bei Energie durch Entwicklung. Immer und in jedem Zusammenhang geht es für uns darum, unseren Kunden zu helfen, die eigene Zukunftsfähigkeit zu stärken. Doch was genau steckt für uns dahinter?

Was ist unser Verständnis von Zukunftsfähigkeit?

Unter Zukunftsfähigkeit verstehen wir die Fähigkeit und den Wunsch, Situationen, Rahmenbedingungen und Tätigkeiten aktiv gestalten zu wollen. Dazu ist es notwendig, sich aus der eigenen Opferrolle zu befreien („ich würde ja, wenn ich könnte, aber wegen xyz kann ich leider nicht“) und genau hinzuschauen, welchen Aspekt ich jetzt, hier und heute ändern kann. Fast immer sind das deutlich mehr Dinge, als man auf den ersten Blick sieht. Und fast immer fängt es mit der eigenen Haltung, der inneren Einstellung an.

Innere Haltung

Eine positive Grundhaltung ist unerlässlich für Zukunftsfähigkeit. Wenn mein Fokus immer nur auf Risiken liegt, ich in allem immer erst die Probleme sehe, dann wird es mir sehr schwerfallen, gute Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Das heißt nicht, dass Risiken völlig ausgeblendet werden und man naiv und blind agieren soll. Ganz im Gegenteil. Eine positive Grundhaltung ermöglicht es aber, erst einmal Optionen zu erkennen und aus einer inneren Ruhe heraus zu evaluieren, anstatt Angst- und Sorgengetrieben zu sein. Angst war noch nie ein guter Berater.

Zur inneren Haltung gehört auch der Aspekt der Ressourcenbewertung. Wenn ich immer davon ausgehe, dass alles nicht genug ist, es nicht genug für alle gibt, dann triggert das sehr schnell mein Ego-Zentrum und ich kümmere mich ausschließlich darum, für mich selbst zu sorgen, damit ich es gut habe. Angst, dass ich nicht genug haben könnte, ist dann mein Antreiber und auch hier ein schlechter Berater. Sich auch hier aus der Angst zu lösen, und als Grundhaltung das Vertrauen zu haben, dass es immer eine Lösung gibt, die gut für alle oder zumindest für die allermeisten ist, hilft mir aus einer inneren Ruhe heraus zu agieren.

Humanistisches Menschenbild

Dabei unterstützt mich auch ein humanistisches Menschenbild. Wenn ich andere Menschen erst einmal so nehmen kann, wie sie sind, ihnen mit Offenheit begegnen kann und auch alle Menschen als gleich viel wert betrachte, wird es mir leichter fallen gute Lösungen zu entwickeln, die allen dienen. Das humanistische Menschenbild besagt, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf Freiheit hat, das Leben und alle Entscheidungen, die dieses Leben beeinflussen, selbst bestimmen zu können. Es geht weiter davon aus, dass der Mensch einzigartig und von Grund auf gut ist. Ein humanistisches Menschenbild ist somit die Grundlage für selbstorganisierte Teams und Kollaboration auf Augenhöhe.

Ohne humanistisches Menschenbild verfalle ich schnell in eine Bewertung und damit auch eine Abwertung von anderen, versuche mich abzugrenzen, mein eigenes Feld zu schützen, mache schnell zu. Kollaboration ist so schwer möglich.

Kollaboration

Das, was wir wissen ist, keiner kann ganz alleine erfolgreich sein. Wir sind immer auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen, innerhalb eines Teams, eines Unternehmens, mit Kunden und Partnern. Um diese Zusammenarbeit bestmöglich zu gestalten und zu leben, muss ich innerlich bereit sein, mich auf den anderen einzulassen, mich mit dem anderen auseinander zu setzen, ihm oder ihr zuzuhören, seine Bedürfnisse verstehen zu wollen. Dazu gehört auch, dass ich meine eigenen Bedürfnisse kenne und artikulieren kann.

Ambiguitätstoleranz

Um zukunftsfähig zu sein, brauche ich auch Ambiguitätstoleranz. Ambiguität ist das A im Akronym VUCA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) und damit einer der vier Faktoren, die uns seit Jahren stark beeinflussen. Ambiguität heißt übersetzt Mehrdeutigkeit. Viele Situationen sind heute nicht mehr eindeutig, das heißt auf eine einzige Art und Weise interpretierbar. Wir müssen lernen, uns von der klassischen Bewertung mit „richtig“ oder „falsch“ zu verabschieden. Viele Situationen sind heute mehrdeutig, das heißt es gilt eine sowohl als auch Bewertung. Aufgrund unserer Konditionierung aus der Schulzeit sind wir immer noch auf richtig oder falsch getrimmt, so dass uns ein sowohl als auch nicht immer leichtfällt. Den Umgang mit Ambiguität zu lernen ist eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen.

Ambidrexie

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Ambidexterität die Fähigkeit, sowohl die rechte als auch die linke Hand gleich gut zu benutzen. Der Begriff Ambidextrie wurde von Wissenschaftlern wie Michael Tushman, Charles A. O’Reilly und Julian Birkinshaw geprägt. Er beschreibt die Eigenschaft eines Unternehmens, „beidhändig“ zu agieren – also gleichzeitig das Tagesgeschäft und inkrementelle Innovation zu managen als auch in der Lage zu sein, disruptive Innovation voranzutreiben. Das eine weiterhin zu tun und gleichzeitig sich schon parallel mit Innovationen und neuen Ideen zu beschäftigen ist ebenfalls eine wichtige Kernkompetenz für Zukunftsfähigkeit.

Mut

Am Anfang steht der Mut. Mut, Neues auszuprobieren. Mut, sich Feedback einzuholen. Mut, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Mut, Dinge anders zu tun, auch wenn es vielleicht jemanden gibt, der das nicht gut findet, der einen kritisiert. Mut, sich aus alten, liebgewonnenen Strukturen zu lösen, die eigene Komfortzone zu verlassen, die sich gut und bekannt anfühlt. Mut haben heißt, bewusst Dinge anders machen zu wollen, Innovation voranzutreiben, Freude am Experimentieren zu haben. Fehlt der Mut, geht es immer nur darum, den Status Quo zu erhalten, nie darum neue Wege auszuprobieren oder Innovationen zu treiben. Mut ist somit eine weitere wesentliche Eigenschaft für Zukunftsfähigkeit.

Was hat das mit Coaching zu tun?

Um die eigene Zukunftsfähigkeit zu entwickeln, als Geschäftsführer*in, Führungskraft, aber auch als Personaler*in oder Projektmanager*in braucht es immer wieder ein hohes Maß an Selbstreflexion. Klar zu wissen, wer man selbst ist, die eigenen Bedürfnisse zu kennen, um die Bedürfnisse anderer verstehen zu können, sind Grundlagen für gute Zusammenarbeit im Team, mit Kunden und Partnern. Um sich mit Innovation und Zukunftsgestaltung auseinandersetzen zu können gilt es auch, sich von alten, blockierenden Denkmustern und Konditionierungen zu lösen. Um Zukunft gestalten und neue Wege gehen zu können ist es wichtig, zu wissen, wann ich in den Autopilot-Modus falle, wie ich das verhindern kann und wie ich auch mein Team dabei unterstützen kann. Das alles trägt zur Reifung der eigenen Persönlichkeit bei. Nur so können wir frei und bewusst Zukunft gestalten.

Coaching als individuellstes Personalentwicklungsinstrument setzt genau hier an, indem der/die Coachee im Rahmen des Coachings sich selbst, seine Denkmuster und Verhaltensweisen besser kennenlernt, Erkenntnisse über sich selbst und die eigenen Reaktionsmuster gewinnt und aus dieser Selbsterkenntnis heraus neue Strategien und Verhaltensweisen entwickeln kann. Durch Coaching kann also vor allem die innere Haltung und die Art und Weise, wie der Coachee die Welt wahrnimmt, betrachtet und bewertet, entwickelt werden. Coaching unterstützt also hochindividuell genau in dieser Übergangsphase zwischen der alten Welt, der Komfortzone, den lange eingeübten Mustern und dem Gestalten der Zukunft, dem Ausprobieren neuer neuer Arbeitsweisen und -strukturen.

Alle persönlichen Kompetenzen, die es für Zukunftsfähigkeit braucht, sind die Kompetenzen, die im Coaching entwickelt werden können – im Einzelcoaching, aber auch im Team- und Gruppencoaching. Welche Möglichkeiten, Formen und Wirkweisen Coaching haben kann, erfahren Sie in den weiteren Artikeln zum Thema Coaching. Viel Vergnügen beim Entdecken!

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