Energie-Impuls #6: Wertschöpfendes Feedback als zentrales Führungswerkzeug

//Energie-Impuls #6: Wertschöpfendes Feedback als zentrales Führungswerkzeug

Energie-Impuls #6: Wertschöpfendes Feedback als zentrales Führungswerkzeug

von Victoria Gerards:

Feedback wertschöpfend zu geben aber auch Feedback zu nehmen sind zentrale Elemente für Mitarbeiterführung und Entwicklung. Dabei beschränkt sich Feedback nicht nur auf eine disziplinarische Führung.  Gerade auch in Matrix- oder Projekt-Teams, in denen ohne formelle Autorität geführt wird, kann Feedback ein sehr wertvolles Instrument sein.

Damit Feedback wertschätzend und wertschöpfend ist, müssen einige Feedback-Regeln beachtet werden:

  • Beim Feedback geht es nie um die Bewertung einer Person und ihrer Persönlichkeit, sondern immer um ihre Handlungen und die Auswirkungen dieser Handlungen, also um ihr Verhalten.
  • Ein Feedback braucht immer eine Begründung. Nur zu sagen „Dein Verhalten war nicht gut“ reicht nicht aus.  Es braucht immer eine Erklärung warum was genau nicht gut war und welche Auswirkungen und Konsequenzen das hatte. das
  • Ein Feedback ist immer ein Angebot und sollte niemals ungefragt gegeben werden. Der Feedback-Nehmer sollte also stets gefragt werden, ob er ein Feedback haben möchte.
  • Ein Feedback sollte immer konstruktiv und wertschätzend formuliert werden. Das ist eine Frage der Haltung des Feedbackgebers. Die Intention ist stets wertschätzend und entwicklungsorientiert, nie denunzierend, beleidigend oder angreifend.
  • Ein kritisches Feedback sollte stets auch einen Hinweis oder das Angebot einer Hilfestellung beinhalten, wie die Handlung bzw. das Verhalten verbessert werden kann, so dass sich stets ein konkreter Handlungsimpuls ableitet.
  • Positives Feedback darf gerne vor Publikum gegeben werden, wenn die Handlung des Feedback-Nehmers vor Publikum stattfand. Kritisches Feedback ist hingegen stets ein Anlass für ein 4-Augen-Gespräch.

Als Feedbackgeber seine Beobachtungen genau zu formulieren, d.h. sowohl die Handlung als auch die Wirkung der Handlung genau zu beobachten und zu beschreiben, ist eine Achtsamkeitsübung. Sie vertieft die Zusammenarbeit und bringt diese weg von einem oberflächlichen hin zu einem entwicklungsfördernden Level. Kommunikation, Beziehung und die Qualität der Zusammenarbeit werden somit authentischer und wahrhaftiger.

Dabei kann ein Feedback sowohl zu positiven Handlungen gegeben werden, was zu einer lobenden, anerkennenden Wirkung führt. Gezielt die positive Handlung und ihren positiven Effekt zu beschreiben erzeugt sowohl beim Feedbackgeber als auch beim Feedbacknehmer positive Emotionen. Darüber hinaus kann Feedback auch zu Handlungen gegeben werden, deren Wirkung nicht der Intention der Beteiligten entspricht, weil vielleicht Fehler oder Unachtsamkeiten passiert sind, Befugnisse überschritten wurden oder Kompetenzen fehlen. Hier ist besonders wichtig, die Handlung und deren Auswirkung klar zu beobachten und zu beschreiben. Noch wichtiger ist aber auch, gemeinsam über Möglichkeiten zu sprechen, wie es beim nächsten Mal besser gehen kann. Über diese sorgfältige Reflektion kann der Entwicklungsprozess angeregt und Verhalten nachhaltig geändert werden.

Wenn diese Regeln eingehalten werden, kann Feedback sowohl für den Feedbackgeber als auch für den Feedbacknehmer ein Geschenk sein. Feedback

  • intensiviert die Beziehung zwischen Feedbackgeber und Feedbacknehmer
  • liefert konkrete Impulse zur Verbesserung
  • regt Selbstreflektion an
  • steigert die Achtsamkeit und damit auch die Authentizität
  • nimmt Bezug zur Unternehmens- und Führungskultur und macht diese im Alltag spür- und erlebbar
  • ist ein elementarer Bestandteil von Performance Management, nicht nur im Rahmen der Beurteilungs-Gespräche, sondern als permanentes Instrument während des Jahres
  • steigert die Motivation
  • erzeugt das Gefühl von Anerkennung, Bestätigung und Fürsorge, der Feedbacknehmer fühlt sich „gesehen“

Sowohl Feedback nehmen als auch Feedback geben muss gelernt werden. Dies kann nicht nur über Führungstrainings, sondern auch im Rahmen von On-boarding sowie konsequenten Lebens der Feedbackkultur geschehen. Dabei fühlt es sich für Menschen, die bisher wenig Erfahrung mit wertschätzendem und wertschöpfendem Feedback hatten, anfänglich oft komisch und gestelzt an, Feedback zu geben oder zu bekommen. Doch es ist wie Autofahren, es geht schnell in Fleisch und Blut über. Feedback ist ein Geschenk, packen Sie es aus!

By |2018-08-20T10:05:17+00:0020 August 2018|News|0 Comments