Kommunikation und Beziehungen während des Integrationsprozesses

Für alle Unternehmen ist eine authentische, transparente und ehrliche Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unternehmens von hoher Relevanz. Diese gilt ganz besonders vor, während und nach Unternehmenszusammenschlüssen. Denn nicht nur unter den Mitarbeitenden ist das Kommunikations- und Informationsbedürfnis hoch, sondern auch bei den Stakeholdern außerhalb des Unternehmens.

Bindung ist innerhalb und außerhalb des Unternehmens wichtig

In der Regel kauft ein Unternehmen ein anderes, um sich strategisch besser aufzustellen, sich spezielle Kompetenzen oder Ressourcen zu eigen zu machen oder neue, andere Kundengruppen zu erschließen. Immer geht es um Wachstum und Verbesserung der Marktposition. Damit verbunden ist immer auch der Wunsch, insbesondere die Leistungs- und Potenzialträger des Unternehmens zu halten. In Zeiten des Fachkräftemangels geht es für viele Unternehmen aber auch um die Bindung anderer großer Teile der Belegschaft. Somit muss im Rahmen des Post-Mergers über Mitarbeiterbindung nachgedacht werden und es müssen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, auf die wir nachfolgend eingehen.

Doch auch Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner und alle anderen Stakeholder sollen in der Regel dem Unternehmen nach der Post-Merger-Integration erhalten bleiben und weiterhin dem Unternehmen, seiner Geschäftsführung und ihren Entscheidungen, seinen Produkten und Dienstleistungen vertrauen. Daher gilt es, ein hohes Maß an Kundenbindung aufrechtzuhalten sowie das Vertrauen von Lieferanten, Partnern und anderen Stakeholdern zu behalten.

Wie kann Bindung im und außerhalb des Unternehmens gelingen?

In großen Veränderungsprozessen gilt es stets, mit Fingerspitzengefühl zu kommunizieren. Dabei sollten unter anderem folgende Aspekte eruiert und berücksichtigt werden:

  • Der Kontext muss verständlich sein: So früh wie möglich sollten alle Adressaten verstehen, warum der Unternehmenskauf stattfindet und welche Vorteile man sich dadurch erhofft. Immer wieder erfahren Mitarbeitende erst aus der Presse, dass ihr Unternehmen verkauft wird, was nicht nur sehr unglücklich ist, sondern auch unmittelbar zu einem hohen Vertrauensverlust führt.
  • Die Zeitachse erläutern: Immer wieder sollte die Zeitachse mit ihren verschiedenen Meilensteinen, soweit sie feststehen und für die jeweilige Zielgruppe relevant sind, erläutert werden. Dabei sollte stets Bezug auf Kontext und Ziele des Mergers genommen werden. Je besser Ihre Mitarbeitenden informiert sind, desto besser können sie auch die Bedenken und Sorgen der Kunden aufnehmen und aus dem Weg räumen. Nutzen Sie Ihre Mitarbeitenden also für positive PR.
  • Kommunikation im Rahmen von Führung: Nicht nur im Rahmen von offizieller Unternehmenskommunikation durch die Geschäftsführung, sondern auch im Rahmen täglicher Führung braucht es Kommunikation. Die Führungskräfte – ganz gleich an welcher Stelle – müssen im Rahmen ihrer Führungsverantwortung für ihre eigene Klarheit sorgen und durch die Geschäftsführung entsprechend informiert werden. Nur so können sie in der täglichen Zusammenarbeit die Fragen, Befürchtungen, Sorgen und Ängste der Mitarbeitenden empathisch aufnehmen und mit diesen konstruktiv umgehen. Ziel sollte es stets sein, eine optimistische Grundhaltung zu behalten bzw. zu entwickeln und die einzelnen Teams handlungsfähig zu halten.
  • Konsequenzen nicht verleugnen: Niemand möchte gerne angelogen werden, weder Ihre Mitarbeitenden noch Ihre Kunden. Umfangreicherer Stellenabbau, Standortschließung oder Produkteinstellung: Sollte es durch den Merger größere Konsequenzen geben, sollten Sie dies nicht nur rechtzeitig und deutlich kommunizieren. Sie sollten diese schwierigen Entscheidungen auch gut begründen und nachvollziehbar machen. Nur wenn Sie an dieser Stelle ehrlich, offen und authentisch sind, können Sie das Vertrauen der Betroffenen halten.
  • Erfolge kommunizieren und feiern: Insbesondere, weil im Rahmen von Mergern oft viele Fragen, Ängste und Bedenken geweckt werden, ist es wichtig, kleine und große Erfolge explizit zu benennen und den Fokus auf sie zu richten. Für viele Mitarbeitende bedeutet eine Integration in der Regel Mehrarbeit und es ist schön, wenn diese einerseits durch die Führungskräfte auch gesehen und wertgeschätzt wird. Andererseits ist es wichtig, auch die Früchte dieser Mehrarbeit zu sehen. Positive Effekte wirken wiederum auch auf die Kunden und anderen Stakeholder.

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