Energie-Impuls #22: Zukunftsfähigkeit – Was Organisationen von der Natur lernen können, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten

//Energie-Impuls #22: Zukunftsfähigkeit – Was Organisationen von der Natur lernen können, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten

Energie-Impuls #22: Zukunftsfähigkeit – Was Organisationen von der Natur lernen können, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten

von Petra Basler:

Die Geschäftswelt von heute ist von permanentem Wandel geprägt: Industrie 4.0, Big Data und agiles Arbeiten, sind nur einige Schlagwörter, die derzeit in aller Munde sind und die uns deutlich machen, welchen massiven Veränderungen und Umwälzungen sich Unternehmen heute stellen müssen. Veränderungen, die sowohl die Prozesse, Abläufe und Organisationsformen, als auch die Anforderungen betreffen, die an Unternehmensleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter gestellt werden. Was noch vor Kurzem Erfolgsgarant war, ist heute nicht mehr genug. Es werden völlig neue Kompetenzen und Fähigkeiten gebraucht. 

Die Folgen sind oft Verunsicherung, Zweifel und Angst.Was bedeutet diese Entwicklung für unser Unternehmen? Was für meinen persönlichen Arbeitsplatz? Hat unser Unternehmen überhaupt eine Zukunft? Wie können wir es schaffen, unser Angebot an die heutigen Erfordernisse anzupassen? Wie können wir mit diesen Anforderungen so umgehen, dass wir auch in Zukunft erfolgreich sind? Welche Kompetenzen benötigen wir jetzt? 

Mitarbeiter blicken nach „oben“und erwarten von Unternehmensleitung und Vorgesetzten ein fertiges Rezept, wie mit dieser Situation umzugehen ist und sind enttäuscht und verunsichert, wenn dieses Rezept ausbleibt. Es muss jedoch ausbleiben, denn bei den rasanten Veränderungen greifen die alten Lösungen nicht mehr. Stattdessen braucht es Weitblick, Anpassungsfähigkeit und Resilienz – Schlüsselfaktoren für die Zukunft.

Resilienz, so liest man im Netz, ist „die Fähigkeit eines Menschen, flexibel auf die Anforderungen wechselnder Situationen zu reagieren.“ Wer resilient ist, kann sich flexibel an ständige Veränderungen anpassen, kann rasch auf unterschiedliche Anforderungen reagieren und ist in der Lage, Krisen zu überwinden. Resiliente Menschen leben mit dem Wandel, statt gegen ihn zu kämpfen– eine Definition, die ebenso auf Unternehmen zutrifft. 

Was unterscheidet nun resiliente Menschen von anderen?

  • Sie kennen ihre Stärken und Potenziale und können diese einsetzen,
  • sie kennen und leben ihre Werte,
  • sie nehmen Veränderungen als Herausforderungen wahr, nicht als Problem,
  • sie gehen achtsam mit sich selbst um und achten auf ihre Lebensbalance.

Resilienz erfordert also Entwicklungund die Bereitschaft, für sich und seine Umgebung Verantwortung zu übernehmen, sie erfordert eine gewisse Reife. Um erfolgreich die Anforderungen der Zukunft bewältigen zu können, brauchen Unternehmen und die Menschen darin genau jene Reife. Wie aber können sie diese entwickeln?

Erfolgreiche Entwicklung und Reifung folgt dem Vorbild der Naturund basiert auf drei Wachstumsphasen: M =  Motivation U = Umsetzung T = Tatkraft. (einfügen Pflanzenbild s.u.)

Motivationbedeutet dabei, sich seiner Stärken und Potenziale aktiv bewusst zu werden, um zu wissen, wohin die Entwicklung gehen kann und was dafür zur Verfügung steht. Ganz wie in einem Samenkorn, das zwar unscheinbar ist, in dem aber bereits alles angelegt ist, was die reife Pflanze braucht.

Umsetzungheißt, an der Entfaltung der Potenziale zu arbeiten und alles zu tun, um sie zu fördern, denn das Wissen darum alleine reicht nicht. Es braucht den Durchbruch der Pflanze an die Oberfläche und das passende Umgehen mit den vorhandenen Rahmenbedingungen.

Bei Tatkraftgeht es darum, die erkannten Stärken ganz bewusst auszuleben und so in der Lage zu sein, den Erfolg zu ernten. Die Pflanze wächst zu voller Größe und bringt Früchte.

Die Natur zeigt uns in den Wachstums- und Reifephasen einer Pflanze, wie erfolgreiche Entwicklung vom Samenkorn bis zur reifen Pflanze – auch in schwierigen, sich rasch verändernden Situationen – gelingen kann.Sie hat Strategien entwickelt, mit denen jeder einzelne im System, auch bei gravierenden Veränderungen in der Lage ist, sich so an die neuen Wachstumsbedingungen anzupassen, dass die Art erfolgreich überlebt und kraftvoll weiter wächst. 

Wie aber schafft eine Pflanze das?

  1. Die richtige Perspektive: sie konzentriert sich auf die eigene Art:Sie imitiert nicht andere Pflanzen, sondern versucht mir ihren eigenen Möglichkeiten Lösungen zu finden für die entsprechende Situation. Übersetzt auf Menschen und ihre Fähigkeiten heißt dies, nicht den Vergleich mit anderen zu suchen, sondern sich der eigenen Stärken und Potenziale bewusst zu werden.
  2. Selbstverantwortung und ins Handeln kommen – siesammelt alle Kraft in sich und passt sich rechtzeitig den neuen Bedingungen an – jede Pflanze für sich:So streckt sie zum Beispiel bei Trockenheit die Wurzeln tief in die Erde, um an tieferliegende Wasserreservoirs zu kommen. Gibt es ein Hindernis, das den Durchbruch an die Erdoberfläche verhindert (z.B. Asphalt), wächst sie um das Hindernis herum, sucht nach der Lücke für den Durchbruch und verhindert so, dass sie abstirbt. Dabei arbeitet jede einzelne Pflanze für sich und gestaltet den Anpassungsprozess mit. Sie wartet dabei nicht ab, ob sich in der Umgebung etwas ändert, sondern reagiert rasch. Auch gibt es keinen „Pflanzenchef“, der die Lösung für eine ganze Pflanzenart vorgibt. Analog auf Menschen im Unternehmen bezogen heißt dies, jeder einzelne übernimmt Verantwortung, denkt mit, setzt seine Stärken ein und sucht in seinem Bereich nach Lösungen, die ein Weiterkommen ermöglichen. 

Die Analogie zum Pflanzenreich zeigt: Menschen und Organisationen werden in Zukunft nur dann erfolgreichsein, wenn siereifen, das heißt mit Motivation, Umsetzung und Tatkraft sich den ständig ändernden Anforderungen stellen. Dies ist ein aktiver Prozess, bei dem es darum geht, die im Einzelnen enthaltenen Potenziale und Stärken zu entdecken und einzusetzen, persönliche und organisationale Entwicklung zu fördern und für Rahmenbedingungen zu sorgen, die optimales Wachstum und Reife ermöglichen. 

Menschen und Organisationen entwickeln so ihre Selbststeuerungskompetenz. Das Wissen und die Fähigkeiten aller wird genutzt und jeder bringt sich selbstverantwortlich und aktiv in den Prozess ein. Wer dies nicht tut – ob Mensch oder Unternehmen – stirbt früher oder später ab. Dieser Prozess bedingt sich wechselseitig, also die Entwicklung des Einzelnen beeinflusst die Entwicklung des Unternehmens und umgekehrt. 

Wie kann dieser wechselseitige Reifeprozess unterstützt werden? Hier gibt es zwei Ansätze, die bestenfalls parallel zueinander laufen:

  1. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Veränderung, oft braucht es zumindest anfangs Unterstützung. Coaching ist ein probates Mittel, um den Einzelnen zielgerichtet in seinem Reifeprozess zu unterstützen, damit er Veränderungen aktiv für sich gestalten kann und nicht von ihnen überrollt wird.
  2. Auf Unternehmensebene macht ein Organisationsentwicklungsprozess, bei dem nach einer Analyse der aktuellen Situation auf das Unternehmen zugeschnittene Entwicklungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden, das Unternehmen fit für die Herausforderungen der Zukunft.

Zukunftsfähigkeit erfordert Reife. Dieser Reifeprozessmuss von Menschen und Unternehmen aktiv gestaltet werden, nur so ist es möglich, mit den Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich umzugehen. Mit M.U.T. kann das gelingen.

By |2018-12-16T17:20:59+00:0016 Dezember 2018|News|0 Comments