Energie-Impuls #20: Fünf Gründe, wie Teams gut performen

//Energie-Impuls #20: Fünf Gründe, wie Teams gut performen

Energie-Impuls #20: Fünf Gründe, wie Teams gut performen

von Petra Basler:

Wer alleine arbeitet, addiert. Wer zusammenarbeitet, multipliziert.(Unbekannt)

Die Tatsache, dass Menschen gemeinsam mehr erreichen können als es einer von ihnen alleine könnte, ist ein äußerst starkes und überzeugendes Argument für Teamarbeit. Man sollte meinen, es wäre das einfachste auf der Welt, sich zusammenzusetzen, gemeinsam loszulegen und an der Lösung von Aufgaben zu arbeiten. Die Realität sieht häufig anders aus.

Viele hetzen von einem Meeting zum nächsten und fragen sich am Ende, worum es eigentlich ging und was das Ergebnis war. Sie erleben Menschen, die das Team als Raum für eigene Selbstdarstellung nutzen und eher gegeneinander als miteinander arbeiten. Viele fragen sich zudem, wer eigentlich was im Team zu sagen und zu tun hat. Sie sind ernüchtert und enttäuscht darüber, immer wieder Machtkämpfe zu erleben, in der die Eigeninteressen der Beteiligten im Vordergrund stehen. Die Folge ist, dass das Team nicht performt und somit auch nicht die Leistung bringt, die es erbringen könnte. Das muss nicht so sein. Um die richtigen Ansatzpunkte für Verbesserung zu finden, ist es wichtig, sich im ersten Schritt die Ursachen bewusst zu machen. Ein Team mit hoher Leistung und Effizienz zeichnet sich dadurch aus, dass es optimale Lösungen gefunden hat für die drei Fragen: Werbringt welche Stärken mit ins Team?  Waserarbeiten wir gemeinsam? Wie arbeiten wir zusammen? Da diese Fragen in der Praxis oft nicht ausreichend geklärt sind, ergeben sich…

Fünf Gründe, warum Teams schwache Leistungen bringen

  1. Schlechte Zusammensetzung des Teams

Die Basis für ein erfolgreiches Team wird bereits im Rekrutierungs- und Auswahlprozess der Teammitglieder gelegt. Neben den fachlichen Kompetenzen, die sich ergänzen müssen, lebt die Teameffizienz von der Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Persönlichkeiten. Die Praxis zeigt, dass neue Teammitglieder in der Regel nicht danach ausgewählt werden, welche Persönlichkeit dem Team noch fehlt. Vielmehr gibt es eine Neigung, dass sich ähnelnde Typen ein Team bilden. Daraus folgt zwar häufig ein harmonisches Miteinander, aber wenig Interesse der Teammitglieder, sich gegenseitig herauszufordern oder zu challengen, um die Sache voran zu bringen und die Teamziele zu erreichen.

Die Lösung: Durch die richtige Personalauswahl wird das Fundament für eine erfolgreiche Teamperformance gelegt.

 

  1. Hinderliche Haltung der Teammitglieder

Entscheidend für die Teamleistung ist, mit welcher Einstellung und welchem Mindset sich jeder Einzelne engagiert. Ein Team bringt dann optimale Leistung, wenn das Wollen der Mitglieder, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, im Vordergrund steht. Dieses Wollen zeigt sich in dem Anspruch, den jeder an sich selber hat, d.h. sich jederzeit mit hoher Disziplin einzubringen und mit Willensstärke auch dann dranzubleiben, wenn es mal nicht so läuft. Das Bestreben, vor allem selber gut dazustehen, hat in einem erfolgreichen Team keinen Platz. Jeder sollte sich für das Erreichen des Teamziels verantwortlich fühlen und versuchen, die anderen Teammitglieder dabei zu unterstützen, ihren Beitrag erfolgreich zu leisten.

Zu schön, um wahr zu sein? Die Praxis zeigt in der Tat, dass oft das eigene Interesse vor dem des Teams steht und Teamziele bereitwillig losgelassen werden, wenn es schwierig wird.

Die Lösung:Die Lösung liegt darin, optimalerweise bereits bei der Auswahl der Teammitglieder die Erwartungen klar zu machen und die Mitglieder entsprechend auszuwählen. In bestehenden Teams kann die Führungskraft diese Punkte offen ansprechen, Gelingendes loben, Defizite benennen und miteinander verhandeln, wie sich jeder optimal im Team einbringen kann.

 

  1. Unklare Zielrichtung

Fehlende Klarheit über das Ziel, das das Team gemeinsam erreichen will und auf das alle Aktivitäten der Teammitglieder einzahlen sollten, ist eine der Hauptursachen für schlechte Teamperformance. Oft fühlen sich die Teammitglieder vom operativen Tagesgeschäft „überrollt“ und jeder reagiert so gut er kann auf alle Anforderungen anstatt selber die notwendigen Schritte zum Ziel zu setzen.

Die Lösung: Hier sind Führungskräfte gefordert, jederzeit die Zielausrichtung klar zu machen und präsent zu halten. Sie sollten mit jedem Teammitglied explizit klären, was sein Beitrag zum Gesamtziel ist und diesen Aufgaben dann Priorität geben. Nur dann, wenn jedem einzelnen die Erwartungen an seine Arbeitsergebnisse klar sind, kann er zielorientiert planen, was zu tun ist und immer wieder reflektieren, ob er die richtigen Dinge zur Zielerreichung tut.

 

  1. Mangelndes Führungsverständnis

Eines der größten Missverständnisse in zunehmend agilen Arbeitskontexten ist es, dass dort keine Führung mehr notwendig sei. Ein Misverständnis. Wenn Führungskräfte ihre Rolle nicht ausfüllen, produzieren sie ein gefährliches Vakuum an Orientierungslosigkeit und Handlungsunsicherheit. Derzeit ändern sich allerdings deutlich die Anforderungen an das, was gutes Führungsverhalten ausmacht. Die Schlüsselaspekte „eigenverantwortliches Handeln und Vertrauen“ entfalten jedoch nur dann ihre optimale Wirksamkeit, wenn die Führungskraft „Rahmengeber“ ist und sowohl das Teamziel, den Arbeitsrahmen als auch die gemeinsam festgelegten Arbeitsbedingungen permanent im Bewusstsein hält und einfordert. Dann kann sich gegenseitiges Vertrauen entwickeln und jeder in seinem Bereich selbstverantwortlich agieren. Fehlt die Präsenz und Klarheit der Führungskraft, führt das zu einem großen Spielraum für individuelle Interpretation und unkoordiniertem Aktivismus.

Die Lösung:Die Führungskraft ist aufgefordert, klar in Führung zu gehen und den Raum zu schaffen, in dem jeder seine größte Wirksamkeit entfalten kann.

 

  1. Schlechte Kommunikation

Jeder kennt sie, die typischen Fallstricke in der Kommunikation: Es wird nicht offen miteinander gesprochen, Informationen werden nicht geteilt und ehrliches, konstruktives Feedback wird vermieden, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Die Ursache liegt häufig darin, dass zu Beginn der Teamarbeit keine Zeit investiert wurde, um festzulegen, wieim Team miteinander umgegangen werden soll.

Die Lösung:Auch hier ist die Führungskraft gefordert, mit dem Team gemeinsam entsprechende Regeln zu definieren, deren Einhaltung zu beobachten, zu analysieren und transparent zu machen, was gut bzw. schlecht läuft. Indem die Kommunikation im Team immer wieder auf den Prüfstand gestellt wird, ist das eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass jeder im Team die Bedingungen findet, unter denen er seine optimale Wirksamkeit entfalten kann.

Diese 5 Punkte im Hinblick auf das eigene Team zu analysieren ist gut investierte Zeit. Denn immer dann,

  1. wenn sich ein Team durch die Auswahl seiner Mitglieder bezüglich Kompetenzen und Persönlichkeiten optimal ergänzt,
  2. wenn jeder die entsprechende Haltung für eine exzellente Teamperformance mitbringt,
  3. wenn das Teamziel klar ist,
  4. wenn durch gute Führungsfähigkeiten der optimale Arbeitsrahmen dafür geschaffen wird,
  5. wenn das Wie des Miteinanders und der Kommunikation festgelegt und permanent optimiert wird,

ist die Basis für optimale Teamperformance gelegt. Dann bewahrheitet sich: „Wer zusammenarbeitet, multipliziert“.

By |2018-12-03T08:38:56+00:003 Dezember 2018|News|0 Comments