Energie-Impuls #16: Design Thinking

//Energie-Impuls #16: Design Thinking

Energie-Impuls #16: Design Thinking

In den Medien, auf Kongressen und in der einschlägigen Management-Literatur wird Design Thinking häufig als Trendtool bezeichnet, obwohl die Ursprünge der Methode und seiner Prinzipien bereits 30 Jahre zurückliegen. Der Begriff Design Thinking geht unter anderem auf David Kelley, den Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO zurück, der die Methode an der Stanford University maßgeblich mit entwickelte. Neben Kelley gilt auch der SAP-Mitbegründer Hasso Plattner als einer der Gründerväter von Design Thinking. Er unterstützt bis heute das nach ihm benannte HPI (Hasso-Plattner-Institut) der Universität Potsdam.

Design Thinking wurde ursprünglich als kreative Innovationsmethode für Produkte und Services entwickelt. Heute ist es viel mehr als nur ein Prozess oder eine Methode. Heute ist Design Thinking vielmehr eine Art und Weise, wie wir arbeiten, lernen und leben. Design Thinking ermöglicht hier, neue und überraschende Formen der kreativen Zusammenarbeit zu ermöglichen, die auf Kollaboration aufbaut.

Somit ist Design Thinking heute sowohl eine Methode als auch ein Lebensgefühl.

Ausgehend von der Idee, einen neuen, innovativeren Problemlösungsprozess zu definieren, hat sich Design Thinking zu einer lebendigen Innovationskultur entwickelt, die vor allem dann ihr volles Potenzial entfalten kann, wenn ganzheitliche und kundenorientierte Lösungen gebraucht werden.

Dabei liegt der Fokus ganz auf dem Willen zur Zusammenarbeit der Beteiligten, die auch gerne auf unkonventionellen Wegen kreativ neue Ideen und Konzepte für Produkte, Services und sonstige Problemlösungen entwickeln. Das Wichtigste: stets steht der Mensch (egal ob als Kunde, Mitarbeiter, individueller Bürger oder als Gesellschaft) im Mittelpunkt.

Design Thinkung beruht auf drei gleichwertigen Grundprinzipien: Multidisziplinäre Teams, Design Thinking-Prozess und variabler Raum.

Multidisziplinäre Teams

In der Regel arbeitet ein heterogenes Team von fünf bis sechs Personen an Innovation und Antworten auf komplexe Fragestellungen. Durch die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe und Erfahrungen der Beteiligten sowie ihre offene Grundhaltung gegenüber Anderen und Neuem kann eine kreative Arbeitsatmosphäre und –kultur entstehen. Durch die verhältnismäßig kleine Gruppengröße wird sichergestellt, dass die Perspektive jedes Einzelnen berücksichtigt werden kann. Ziel dieser Teams ist es stets, konkrete, greifbare Ergebnisse zu produzieren, die regelmäßig mit anderen Teams diskutiert und verprobt werden, um bestmögliche Ergebnisse und größtmögliche Lerneffekte zu erzielen (Im Sinne einer Lernkultur; siehe Artikel „Fehlerkultur – Alles nur ein Irrtum?“). Durch die intensive Zusammenarbeit der kleinen Teams entsteht ein hoher Zusammenhalt, der zu einer hohen Akzeptanz der neu entstehenden Konzepte und Lösungen führt.

Design Thinking-Prozess

Der Design Thinking-Prozess führt die multidisziplinären Teams in iterativen Schleifen durch  sechs verschiedene Phasen.

1. Verstehen

Das Team erarbeitet sich ein gemeinsames Verständnis für das Problem und die Situation.

2. Beobachten

Das Team schlüpft in die Perspektive der Nutzer, Kunden oder Betroffenen und betrachtet die Situation, das Produkt oder das Problem aus deren Perspektive.

3. Sichtweisen definieren

Die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammengetragen und verdichtet.

4. Ideen finden

Das Team entwickelt zunächst eine ganze Reihe von Lösungsmöglichkeiten, um sich dann auf relevante Lösungen zu fokussieren.

5. Prototypen entwickeln

Auf Basis der erarbeiteten konkreten Lösungsmöglichkeit wird ein Prototyp entwickelt oder gebaut.

6.Testen

Der entwickelte Prototyp wird an der konkreten Zielgruppe getestet. Die Testergebnisse fließen dann in die weitere Entwicklung mit ein.

 

 

Variabler Raum

Für den Erfolg des Kreativprozesses sind auch die räumlichen Gegebenheiten essenziell wichtig. Die Teams brauchen für eine optimale Arbeitsweise flexibel bewegbare Möbel, ausreichend Platz für Whiteboards und Präsentationsflächen sowie Materialien zur prototypischen Gestaltung von Ideen.

 

 

By |2018-11-05T08:14:57+00:005 November 2018|News|0 Comments