Gastbeitrag | #edecoach21: Modul 3 – Achtsamkeit und Selbst-Bewusst-Sein

edecoach21 - Zusammenfassung Modul 3 Energie durch Entwicklung

Ich bin Simone Schwarz, eine der Teilnehmer*innen der Coaching-Ausbildung #edecoach21 und ich freue mich sehr, dass ich Dich auf meiner Reise , die fast ein Jahr dauern wird, mitnehmen darf. 

In den kommenden Monaten werde ich Dir, in verschiedenen Gastbeiträgen, persönliche Einblicke in die einzelnen Ausbildungsmodule geben. In meine Learnings, meine Erfahrungen und meine Entwicklung. Ich bin sicher, es wird eine energetische, interessante und manchmal sicher auch (heraus)fordernde Reise sein – und ich freue mich drauf!

Um was geht es?

Es geht um Führung, darum, seine Kompetenz darin zu stärken, in schwierigen Situationen mit dem Team und im Coaching generell, den Überblick zu bewahren und sicherer zu werden. Und es geht darum, dass man, neben dieser Sicherheit, auch unterschiedliche Methoden und Tools an die Hand bekommt, um situationsadäquates, fundiertes Coaching-Wissen und -Können abrufen und verwenden zu können. Das Besondere an der Ausbildung ist aber, dass man nicht nur diesen „Werkzeugkoffer“ erlernt, sondern eben auch sich selbst (noch) besser kennenlernt und sich seiner selbst bewusst wird.

Modul 3 - Achtsamkeit und Selbst-Bewusst-Sein

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum“.

Dieser Satz vom Österreichischen Neurologen und Psychiater Viktor Frankl war mein persönlicher Augenöffner des dritten Moduls der Coaching-Ausbildung. Er vereint in sich eigentlich alles, was man über persönliche, automatisierte Verhaltensweisen, über (selektive) Wahrnehmung, über Selbstreflexion und Selbst-Bewusst-Sein wissen muss.
Der Satz geht noch weiter:

„In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit“.

Das besagt im Grunde, dass wir die Wahl haben, wie wir auf bestimmte Reize, die bestimmte Automatismen in und bei uns auslösen, reagieren. Wenn wir uns dieser Automatismen bewusst sind, haben wir die Möglichkeit, den entstehenden Raum zu nutzen, um sie auszusetzen bzw. zu verändern und anders zu reagieren als gewohnt. Der Raum verschafft uns die Chance, unsere Reaktion und unser Verhalten zu ändern und dadurch in kommunikativen oder herausfordernden Situationen wirksamer zu sein.
Das liest sich erstmal logisch und nachvollziehbar, ist aber in der Umsetzung tatsächlich gar nicht so einfach. Denn dafür braucht es Achtsamkeit, genauso wie ein Bewusst-Sein der eigenen Automatismen und Wahrnehmungsfilter. Wir müssen uns dafür schon ziemlich gut kennen und reflektieren.

Achtsamkeit und Selbst-Bewusst-Sein war somit auch das Thema unseres dritten Ausbildungs-Moduls.

Ich weiss: Achtsamkeit …, ist in den letzten Jahren zu dem Trendbegriff der Persönlichkeitsentwicklungs-Branche avanciert und erntet mittlerweile nicht selten das ein oder andere Augenrollen. Es kommt allerdings drauf an, in welchem Kontext man ihn verwendet und mit welcher Intention. In unserem Ausbildungs-Kontext spielt eine gute Bewusstheit über sich selbst und eine geschärfte Wahrnehmung eine wichtige Rolle, um sich als Coach und/oder Führungskraft gut abgrenzen zu können, um die eigenen Wahrnehmungen und auch Wahrnehmungsverzerrungen, die eigenen Werte und Wertungen, die persönlichen Erfahrungen und Learnings nicht mit denen des Coachee/der Mitarbeiter:in(nnen) zu vermischen.

Ohne Achtsamkeit ist auch eine gute Selbstfürsorge kaum möglich.

Und die braucht es, um in der eigenen Kraft und Klarheit zu sein, bei sich zu sein. Ein guter, energetischer Zustand ist die Voraussetzung dafür, anderen gegenüber offen und unvoreingenommen gegenüberzutreten und somit gute Ergebnisse erreichen zu können.
Das gilt übrigens im Berufsleben genauso wie im privaten Bereich.

Aber wie genau geht das nun, das mit der Achtsamkeit?

Und wie erkenne ich überhaupt meine Verhaltens-Automatismen, meine individuellen Wahrnehmungen und auch meine Wahrnehmungs-Verzerrungen? Und wenn ich mir deren bewusst bin, wie ändere ich dann mein Verhalten und meine Reaktion auf bestimmte Dinge?

Wie so oft am ersten Tag eines Ausbildungswochenendes, hätte ich gerne direkt auf das große Ganze geschaut und die Antworten und Lösung für alles auf einen Schlag bekommen. Und auch wie so oft, schloss sich dann am Ende des zweiten Ausbildungstags der Kreis. Und das war mal wieder genau richtig so.

Die ersten Schritte zur Bewusstheit.

Wir haben zuerst einmal damit begonnen, uns bewusst zu machen, wie wir eigentlich unsere Gefühle, Gedanken, Emotionen, unsere Umwelt und Dinge, die uns begegnen, wahrnehmen. Dabei wurde schnell klar, wie selektiv unsere Wahrnehmung tatsächlich ist. Wir nehmen nur wahr, was wir wissen, was wir gelernt haben, was wir selbst erfahren und aus was wir unsere Schlüsse gezogen haben. Haben wir einmal etwas in unser Weltbild integriert, ist es schwierig, dies jemals wieder auf eine andere Weise zu betrachten. Dennoch ist es möglich, durch viele Wiederholungen und durch Übung, eingefahrene „Autobahnen“ zu verlassen und neue Wege auszubilden.

Am Ausbildungswochenende haben wir dazu viele Anregungen und Übungsfelder aus den verschiedensten Bereichen, wie beispielsweise der Neurobiologie, des Embodiments, der MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) bekommen, die wir auch dieses Mal wieder im 1:1 Setting und in Kleingruppen intensiv geübt haben. Gerade aus den Übungen in den kleinen Gruppen und vor allem auch im 1:1 Setting, nehme ich jedes Mal so viel für mich mit, das noch lange nachwirkt. Da es -vor allem im ersten Teil der Ausbildung- erstmal um uns selbst geht, arbeiten wir mit Themen, bei denen es oft ans Eingemachte geht und wir uns öffnen sollten, wenn wir wirklich weiterkommen und gute Erkenntnisse gewinnen möchten. Und es ist einfach so wunderbar zu erfahren, dass das in unserer bunt gemischten Teilnehmer:innen-Gruppe so leicht und angenehm möglich ist.

Achtsamkeit beginnt bereits damit, sich einfach mal kurz Zeit zu nehmen, sich kleine Freiräume im Alltag zu schaffen, durchzuatmen und bewusst zu beobachten, zu fühlen, hören, sehen, schmecken…sich zu fragen „wie geht es mir gerade eigentlich?“ und dann auf verschiedenen Ebenen nachzuspüren – was sagt der Kopf, das Herz und das Bauchgefühl dazu? Das klingt immer sehr einfach, aber, Hand auf‘s Herz, wann bzw. wie oft am Tag machen wir das? Dabei ist es so einfach und braucht nur wenige Minuten, kann uns aber gerade in schwierigen Situationen so gut zentrieren.

Wie nutze ich den „Raum“ als Chance?

In der Folge haben wir uns mit diesem besonderen Raum zwischen Reiz und Reaktion intensiver beschäftigt. Genau dafür ist der achtsame, aufmerksame Umgang mit sich selbst die Voraussetzung. Denn wenn man diesen nicht hat, bemerkt man die Chance „des Raums“ gar nicht erst und vergibt damit auch die Chance, die eigene Perspektive ändern zu können.

Es geht darum, aus dem Autopiloten herauszukommen, aus Situationen, die uns nicht förderlich sind, die uns immer wieder mit negativen Gefühlen konfrontieren und unbefriedigt zurücklassen. Und die für uns nicht Entwicklung, sondern Stillstand bedeuten. Durch die fundierte, kompetente Anleitung unserer Coaches, erarbeiteten wir uns, unter anderem durch Zentrierungsübungen und Ankersetzungen, die Chance auf ein Reframing unserer automatisierten Verhaltens- und Reaktionsmuster.
Übergeordnet steht dabei stets die Frage, welche Veränderung man sich wünscht. Sie könnte beispielsweise lauten: „wie möchte ich in Zukunft in die Situation gehen?“. Ganz theoretisch gesprochen, umfasst ein Reframing sechs Stufen, an deren Ende das Bewusstsein und das Wissen stehen sollte, wie die gewünschte Veränderung genau sein soll, wie die konkrete Situation in Zukunft ablaufen soll und was dabei meine persönliche Aufgabe ist, um dort hinzukommen.
Die Frage: „Wie möchte ich mich in Zukunft in dieser bestimmten Situation verhalten, damit ich nicht wieder in meinen alten Automatismus verfalle?“ gibt die Laufrichtung vor.
Und dann heißt es üben, üben, üben!

Was ich mitnehme.

Dieses Ausbildungswochenende wirkt bei mir noch immer nach und hat starken Einfluss auf meinen privaten und beruflichen Alltag. Mir wurde (mal wieder) bewusst, wie schnell ich den achtsamen Umgang mit mir selbst und eine gute Selbstfürsorge hintanstelle oder auch ganz hinten runterfallen lasse, wenn die täglichen Anforderungen und Herausforderungen laut rufen.

Meine erste Erkenntnis ist somit: ich darf mir selbst die Erlaubnis geben, achtsam mit mir umzugehen, so dass ich in meiner Kraft bleibe, um bestmögliche Ergebnisse, für mich und für andere, erzielen zu können.

Meine zweite Erkenntnis erschließt sich aus dem Eingangssatz „zwischen Reiz und Reaktion ist ein Raum…“.
Für mich persönlich beinhaltet diese Aussage etwas sehr Friedvolles und gleichzeitig auch etwas sehr Kraftvolles: es gibt einen Raum, in dem ich innehalten kann und darf, um mich zu entscheiden, wie ich mit einer Situation oder einer Reaktion weiter umgehen möchte.
Das ist, wie schon so oft, nichts unglaublich Neues, aber in dieser konzentrierten Form eines Ausbildungswochenendes, bekam es für mich ungleich mehr Gewicht. Seither sage ich mir immer wieder in bestimmten Situationen ganz bewusst: „halt! Durchatmen, zentrieren…“ oder ich erinnere mich daran, dass jetzt mal wieder ein bisschen Selbstfürsorge angebracht wäre. 😉

Mit einer anderen Teilnehmerin der Ausbildung habe ich Zoom-Termine abgesprochen, an denen wir uns gegenseitig daran erinnern, welche unserer typischen Verhaltensweisen wir bewusster wahrnehmen und „reframen“ möchten. Wir geben uns quasi einen Check-Up, wie‘s so läuft. Denn, wir wissen ja; wenn man die Autobahn verlässt und einen neuen Weg erschließen möchte, muss man üben, üben, üben.

Wie geht’s weiter?

Das Thema des nächsten Moduls lautet „Wahrnehmung, Kommunikation und Beziehungsgestaltung“. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich drauf. Und wenn Du möchtest, lesen wir uns danach wieder, mit neuen Erkenntnissen.

Simone Schwarz

Simone Schwarz

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